Nach mehr als 30 Jahren ist Schluss. BioWare, das Studio hinter Mass Effect, Dragon Age und Star Wars: Knights of the Old Republic, wird geschlossen. Das teilte das Studio am 21. Oktober selbst mit. Gleichzeitig stellte EA die frühe Entwicklung des nächsten Mass Effect ein. Die Schließung ist Teil eines größeren Stellenabbaus bei Electronic Arts.
EA streicht rund 400 Stellen – BioWare wird geschlossen
Electronic Arts plant laut Medienberichten, rund 400 Stellen zu streichen, etwa 50 davon bei BioWare. In einer internen Mitteilung erklärt EA, dass der Konzern Personal und Investitionen künftig stärker auf Projekte mit den größten Wachstumschancen konzentrieren will.
Betroffen ist auch BioWares Studio im kanadischen Edmonton. Dort wurde BioWare 1995 gegründet, 2008 übernahm EA das Unternehmen.
Was wird aus Mass Effect und Dragon Age?
Für Fans steht das Wichtigste in einem einzigen Satz von BioWare: Die frühe Entwicklung am nächsten Mass Effect endet. Angeteasert hatte das Studio den Nachfolger schon 2020. Viel mehr als kurze Clips und ein paar Hinweise gab es seitdem nicht.
Was aus den Marken wird, ist offen. Die Rechte an Mass Effect und Dragon Age liegen bei EA. Ob der Konzern neue Spiele künftig von anderen Studios entwickeln lässt, hat er bisher nicht bekannt gegeben.
Vom Rollenspiel-Pionier zum geschlossenen Studio
Kaum ein Studio hat westliche Rollenspiele so geprägt wie BioWare. Baldur’s Gate, Knights of the Old Republic, Mass Effect und Dragon Age machten Entscheidungen, Gefährten und Beziehungen zum Kern des Spiels. In der Mass-Effect-Trilogie wanderten Spielstände samt ihrer Folgen sogar über drei Teile mit.
In den vergangenen Jahren häuften sich jedoch die Rückschläge. Mass Effect: Andromeda enttäuschte viele Fans, während Dragon Age: The Veilguard zwar überwiegend positive Kritiken erhielt, wirtschaftlich aber hinter den Erwartungen zurückblieb. EA meldete Anfang 2025 rund 1,5 Millionen erreichte Spieler – fast 50 Prozent weniger als erhofft. Auch Anthem wurde zum Rückschlag: Nach einer abgebrochenen Überarbeitung gingen die Server im Januar 2026 endgültig offline. Seither ist das reine Onlinespiel nicht mehr spielbar. Dazu kamen prominente Abgänge, von den Gründern Ray Muzyka und Greg Zeschuk im Jahr 2012 bis zum langjährigen Mass-Effect-Produzenten Mac Walters 2023.
Warum das mehr als ein Studio betrifft
Der Zeitpunkt fällt auf. EA gehört inzwischen einem Investorenkonsortium um Silver Lake, Saudi-Arabiens Staatsfonds PIF und Affinity Partners, das den Konzern im August 2026 für rund 55 Milliarden Dollar übernommen und von der Börse genommen hat. Dass die neuen Eigentümer die Schließung direkt veranlasst haben, ist allerdings nicht belegt.
Im Bereich großer Action-Adventures will EA künftig weniger Projekte gleichzeitig entwickeln und seine Investitionen gezielter einsetzen. Während der Konzern an Marvel’s Iron Man und dem nächsten Star Wars Jedi festhält, wurde die Entwicklung des nächsten Mass Effect-Spiels eingestellt. Ausgerechnet BioWare, das jahrzehntelang für aufwendige Rollenspiele mit starken Geschichten stand, hat in dieser Strategie keinen Platz mehr.
Der Stellenabbau bei EA ist kein Einzelfall. In der Gamingbranche sind selbst Entwickler erfolgreicher Spiele von Entlassungen betroffen.

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