Fußballfans kennen die alte Regelung: Der Torwart hält den Ball zu lange und es gibt einen indirekten Freistoß. Inzwischen hat sich das aber geändert. Seit der Regeländerung wird ein Torwart bei mehr als acht Sekunden Ballkontrolle mit den Händen oder Armen mit einem Eckball für den Gegner bestraft.
So funktioniert die Acht-Sekunden-Regel
Der Torwart darf den Ball innerhalb des eigenen Strafraums maximal acht Sekunden mit Händen oder Armen kontrollieren. Dabei zeigt der Schiedsrichter die letzten fünf Sekunden sichtbar mit erhobener Hand an. Wenn der Torwart den Ball danach immer noch nicht freigibt, gibt es Eckball für den Gegner.
Wichtig: Dabei geht es um Ballkontrolle mit Händen oder Armen, nicht darum, dass der Torwart generell nur acht Sekunden Zeit mit dem Ball haben darf.
Das heißt:
- Ballkontrolle beginnt: Acht-Sekunden-Frist läuft
- Letzte fünf Sekunden: Schiedsrichter zählt sichtbar mit erhobener Hand herunter
- Mehr als acht Sekunden: Eckball für den Gegner
Warum ausgerechnet Eckball?
Früher galt eine Sechs-Sekunden-Regel. Überschritt der Torwart diese Zeit, sollte es einen indirekten Freistoß geben. In der Praxis wurde die Regel allerdings nur selten konsequent angewendet.
IFAB testete deshalb eine andere Strafe. Seit der Saison 2025/26 gilt die Acht-Sekunden-Regel: Hält der Torwart den Ball zu lange, erhält der Gegner einen Eckball. Dieser soll ausreichend abschrecken und lässt sich gleichzeitig deutlich einfacher und schneller ausführen als ein indirekter Freistoß im Strafraum.
Gibt es dafür auch Gelb?
Für einen normalen Verstoß gibt es keine Gelbe Karte. Überschreitet der Torwart die acht Sekunden, erhält der Gegner zunächst nur einen Eckball. Wiederholt der Torwart das Vergehen jedoch mehrfach, kann er verwarnt werden.
Neu 2026/27: Sogar beim Abstoß kann es Eckball geben
Seit den neuen Regeln 2026/27 kann der Schiedsrichter auch bei einem absichtlich verzögerten Abstoß einen Fünf-Sekunden-Countdown starten. Wird der Abstoß danach nicht ausgeführt, bekommt der Gegner ebenfalls einen Eckball.
Wichtig dabei:
- Der Countdown beginnt nicht automatisch bei jedem Abstoß, sondern erst wenn der Schiedsrichter erkennt, dass die Ausführung des Abstoßes absichtlich verzögert wird.
- Dann pfeift er und zählt sichtbar fünf Sekunden herunter.
- Ist der Ball danach nicht im Spiel, kommt es zum Eckball.
- Eine Gelbe Karte gibt es auch hier grundsätzlich erst, wenn anschließend noch übermäßig weiter verzögert wird.
Diese Regeln dienen nicht dazu, möglichst viele Eckbälle zu produzieren. Sie sollen vor allem verhindern, dass überhaupt Zeit geschunden wird. Für Zuschauer ist das neue Signal leicht zu erkennen: Hebt der Schiedsrichter die Hand und zählt herunter, bleiben nur noch fünf Sekunden.

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