Zum Inhalt springen

Wieso Trinkpause, wenn Fußballer kaum trinken?

Geschrieben von Nils Brandt

Zuletzt aktualisiert am

Bei der WM 2026 gibt es in jedem Spiel feste Trinkpausen. Jeweils etwa nach 22 und 67 Minuten wird das Spiel für rund drei Minuten unterbrochen. Offiziell sollen die Pausen die Spieler bei Hitze und hoher Belastung schützen.

Doch viele Zuschauer:innen stellen sich dieselbe Frage: Warum heißt es eigentlich Trinkpause, wenn manche Fußballer nur kurz an der Flasche nippen oder das Wasser direkt wieder ausspucken?

Es geht nicht nur ums Trinken

Der Begriff Trinkpause klingt einfacher, als die Sache ist. Natürlich trinken manche Spieler tatsächlich. Aber die Unterbrechung dient nicht nur dazu, schnell Wasser nachzufüllen.

Die Spieler können sich abkühlen, kurz durchatmen, etwas Energie aufnehmen und medizinisch betreut werden. Gerade bei Spielen in großer Hitze kann so eine kurze Unterbrechung wichtig sein, auch wenn nicht jeder sichtbar eine halbe Flasche leert.

Außerdem nutzen Trainer die Pause für kurze Anweisungen. Drei Minuten reichen, um taktisch etwas zu korrigieren, eine Formation anzupassen oder eine Mannschaft wieder zu sammeln. Deshalb ist die Trinkpause längst auch eine kleine Coaching-Pause geworden.

Warum Fußballer Wasser ausspucken

Dass Spieler Flüssigkeit wieder ausspucken, sieht seltsam aus, hat aber einen Grund. Oft geht es dabei um sogenanntes Carb Rinsing. Dabei wird der Mund mit einem kohlenhydrathaltigen Getränk ausgespült, ohne es unbedingt zu schlucken.

Die Idee dahinter: Der Körper soll ein Energiesignal bekommen, ohne dass der Magen während hoher Belastung mit Flüssigkeit und Zucker belastet wird. Gerade in einem intensiven Spiel kann zu viel Flüssigkeit im Bauch unangenehm sein.

Warum die Pausen umstritten sind

Sportlich sind Trinkpausen nachvollziehbar. Bei Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit und langen Belastungen geht es um Gesundheit. Trotzdem sorgen sie für Diskussionen.

Ein Grund ist der Spielfluss. Fußball lebt davon, dass ein Spiel lange am Stück läuft. Eine feste Unterbrechung kann Momentum stoppen. Eine Mannschaft, die gerade Druck macht, wird ausgebremst. Eine Mannschaft, die wackelt, bekommt plötzlich Zeit zum Sortieren.

Dazu kommt die Werbung. Während die Spieler trinken und Trainer sprechen, schalten manche Sender Werbeblöcke. Genau deshalb wird kritisiert, dass aus einer Schutzmaßnahme auch eine neue Werbefläche geworden ist.

Trinkpause oder Werbepause?

Die Wahrheit liegt dazwischen. Das neue Standard-Verfahren der FIFA verändert den Charakter des Spiels. Es nimmt den Spielern die körperliche Extremlast bei nordamerikanischen Sommer-Temperaturen, gibt den Trainern eine unerwartete Timeout-Option und eröffnet Sendern zusätzliche Werbeflächen. Und genau deshalb sorgt die Trinkpause für so viele Diskussionen.

Am Ende geht es längst nicht mehr nur darum, ob ein Fußballer einen Schluck Wasser nimmt oder nicht. Die Trinkpause ist zu einem strategischen und wirtschaftlichen Werkzeug geworden.

Über den Autor

31 Artikel

Nils Brandt

Ich bin Nils und schreibe bei Themenblick vor allem über Gaming, Sport, Technik, Filme und digitale Trends. Mich interessieren Themen, bei denen es nicht nur um die schnelle Schlagzeile geht, sondern auch um die Geschichte dahinter. In meiner Freizeit lese ich mich gerne in neue Themen ein, fahre Ski und mache ab und zu Roadtrips.

Offene Diskussion

Diskussion starten

Mitdiskutieren

Teilen Sie Kontext, Korrekturen und durchdachte Perspektiven. Bleiben Sie hilfreich, konkret und respektvoll.

Ihre Perspektive hinzufügen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.