Vampire sind im Gaming eigentlich nichts Neues. Dunkle Burgen, Blut, alte Flüche und übernatürliche Kräfte kennt man. Trotzdem wirkt The Blood of Dawnwalker gerade auffällig interessant, weil es nicht nur auf Gothic-Stimmung setzt, sondern auf eine sehr konkrete RPG-Idee: Was passiert, wenn man zwischen Mensch und Monster steht und nicht genug Zeit hat, alle zu retten?
Das Spiel kommt von Rebel Wolves, einem Studio aus Polen, das besonders deshalb Aufmerksamkeit bekommt, weil dort ehemalige Entwickler von The Witcher 3 und Cyberpunk 2077 arbeiten. Der Vergleich mit The Witcher liegt also nahe, aber Dawnwalker sollte man nicht nur als „nächstes Witcher-artiges RPG“ sehen. Dafür klingt der Ansatz eigen genug.
Was bisher bekannt ist
The Blood of Dawnwalker erscheint am 3. September 2026 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Das Spiel wird als Singleplayer-Open-World-Action-RPG beschrieben und entsteht in der Unreal Engine 5.
Spieler übernehmen die Rolle von Coen, einem jungen Mann in einem Europa des 14. Jahrhunderts. Die Welt ist von Pest, Gewalt und Machtkämpfen geprägt. Coen wird zum sogenannten Dawnwalker: tagsüber Mensch, nachts Vampir. Genau daraus entsteht der zentrale Reiz des Spiels.
Am Tag kämpft Coen anders als in der Nacht. Nachts kommen vampirische Fähigkeiten dazu, tagsüber ist er stärker an menschliche Grenzen gebunden. Das ist mehr als nur ein optischer Wechsel. Wenn das System funktioniert, kann daraus ein RPG entstehen, in dem Tageszeit, Entscheidungen und Spielstil tatsächlich Gewicht haben.
Die Storyline: Mensch am Tag, Vampir in der Nacht
Coens Geschichte beginnt in einer Welt, in der Menschen schwach sind und Vampire immer mehr Macht gewinnen. Seine Familie ist bedroht, und ihm bleiben nur 30 Tage und 30 Nächte, um sie zu retten.
Dieser Zeitrahmen ist einer der spannendsten Punkte am Spiel. Viele Rollenspiele erzählen von dringenden Gefahren, lassen Spieler aber trotzdem endlos Nebenquests erledigen. The Blood of Dawnwalker will diese Dringlichkeit offenbar stärker spürbar machen.
Dabei spielt auch Coens Doppelrolle als Mensch und Vampir eine große Rolle. Denn dadurch verändert sich nicht nur der Kampfstil, sondern möglicherweise auch die Art, wie man Quests angeht.
Das kann funktionieren, wenn das Spiel daraus echte Entscheidungen macht. Geht man tagsüber vorsichtiger vor? Nutzt man nachts mehr Macht, nimmt dafür aber moralische Folgen in Kauf? Wird man eher Retter oder Bedrohung?
Hier geht’s zum Trailer:
Warum der Witcher-Vergleich naheliegt
Der Vergleich mit The Witcher, der aufgrund des Teams und des europäischen Dark-Fantasy-Settings naheliegt, hilft dem Spiel, weil er sofort Erwartungen weckt. Wer The Witcher 3 mochte, schaut bei einem neuen RPG ehemaliger CD-Projekt-Entwickler automatisch genauer hin.
Gleichzeitig ist der Vergleich ein Risiko. The Witcher 3 ist für viele bis heute ein Maßstab für erzählerische Open-World-RPGs. Wenn Dawnwalker nur versucht, diese Erinnerung zu bedienen, wird es schwer. Interessanter ist deshalb, wo das Spiel eigene Wege gehen kann. Coen ist kein erfahrener Monsterjäger, der gegen Kreaturen antritt. Er ist selbst Teil dieser dunklen Welt. Mensch und Monster zugleich. Genau daraus kann ein anderer Ton entstehen.
Warum The Blood of Dawnwalker auf die Watchlist gehört
The Blood of Dawnwalker muss noch beweisen, dass seine Ideen im fertigen Spiel wirklich tragen. Zeitdruck, moralische Entscheidungen und Tag-Nacht-Gameplay klingen stark, können aber auch schnell künstlich wirken, wenn sie nicht sauber eingebunden sind.
Trotzdem hat das Spiel einen klaren Reiz. Es verbindet mehrere Dinge, die im Rollenspiel-Genre gut funktionieren können: eine düstere Welt, eine persönliche Bedrohung, einen Helden mit innerem Konflikt und Entscheidungen, die mehr sein sollen als reine Dialogoptionen. Dazu kommt der richtige Moment. Viele Spieler suchen nach dem nächsten großen RPG, das nicht nur groß aussieht, sondern eine klare Identität hat. The Blood of Dawnwalker könnte genau das liefern, wenn Rebel Wolves seine Ideen konsequent umsetzt.

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