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Der Jackson-Effekt: Warum schlechte Kritiken dem Michael-Film kaum geschadet haben

Geschrieben von Alba Aliti

Zuletzt aktualisiert am

© Universal Pictures

Die Rezensionen waren alles andere als begeistert. Oberflächlich, beschönigt oder historisch einseitig hieß es von Kritikern zum neuen Michael-Jackson-Film. Dennoch hielt das Millionen Menschen nicht davon ab, in die Kinos zu gehen. Der Film wurde ein weltweiter Erfolg und überholte sogar Oppenheimer als erfolgreichstes Biopic.

Wie kann ein Film so groß werden, wenn viele Kritiker ihn so schwach finden? Die Antwort liegt weniger im Film selbst als in der Figur Michael Jackson.

Kritiker bewerten einen Film, Fans bewerten Michael

Kritiker bewerten Drehbuch, Erzählstruktur, Inszenierung und den Umgang mit schwierigen Themen. Zuschauer hingegen gehen oft mit einer anderen Erwartung in den Saal. Bei Michael geht es für viele nicht primär um eine nüchterne Analyse. Es geht um Michael Jackson selbst. Um die Stimme, die Bewegungen, die Auftritte und das Gefühl, noch einmal in eine andere Pop-Ära zurückzukehren.

Für viele ist der Film deshalb eine Zeitmaschine. Zumindest für ein paar Stunden.

Michael Jackson steht für eine Zeit, in der Popmusik ein globales Lagerfeuer war. Neue Musikvideos, Auftritte und Songs wurden nicht nur konsumiert, sondern gemeinsam erlebt. Genau dieses Gefühl fehlt in einer Medienwelt, in der jeder Algorithmus etwas anderes zeigt und Aufmerksamkeit ständig weiterzieht.

Genau hier entsteht der Jackson-Effekt: Kritiker bewerten den Film als Film. Das Publikum bewertet ihn als Gefühl.

Michael Jackson ist keine normale Biopic-Figur

Bei vielen Musik-Biopics geht es um bekannte Künstler. Bei Michael Jackson geht es um eine Figur, die weit über Musik hinausreicht. Der Moonwalk, der weiße Handschuh, Thriller, Billie Jean, die großen Bühnenbilder und die ikonischen Musikvideos gehören längst zur Popgeschichte.

Deshalb ist ein Film über ihn schwer mit einem normalen Biopic vergleichbar. Viele Menschen haben keine neutrale Beziehung zu Michael Jackson. Sie verbinden Kindheit, Familie und Vergangenheit mit ihm.

Genau deswegen zählt hier nicht, ob jede Szene dramaturgisch stark ist. Für viele zählt, ob der Film wieder dieses Gefühl auslöst.

Schlechte Kritiken wirken besonders dann stark, wenn ein Publikum unsicher ist. Soll ich mir diesen Film anschauen? Ist das Thema interessant genug? Lohnt sich das Ticket?

Bei Michael war diese Unsicherheit für viele gar nicht da. Wer Fan ist, geht ohnehin. Wer mit der Musik aufgewachsen ist, will wissen, wie sie im Kino wirkt. Und wer ein großes Popereignis erleben will, lässt sich von schlechten Kritiken nicht automatisch abschrecken.

Was der Erfolg über Popkultur zeigt

Der Erfolg von Michael sagt viel über unsere heutige Popkultur. Zwar entstehen ständig neue Stars, aber nur wenige werden noch zu echten gemeinsamen Bezugspunkten. Die Medienwelt ist zersplittert, jeder Feed erzählt eine andere Gegenwart.

Michael Jackson stammt aus einer anderen Zeit. Seine größten Momente waren Ereignisse für ein Massenpublikum. Diese Größe wirkt heute fast fremd. Der Film verkauft also nicht nur Nostalgie, sondern auch das Gefühl, noch einmal an etwas Großem teilzunehmen.

Deshalb konnten die Kritiken dem Film kaum schaden. Sie konnten bestimmte Schwächen benennen, aber nicht verhindern, dass viele Zuschauer etwas anderes in ihm suchten.

Michael zeigt, dass Michael Jackson als Popfigur noch immer eine enorme Kraft hat.

Hier geht’s zum offiziellen Trailer von Michael:

Über den Autor

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Alba Aliti

Ich schreibe für Themenblick Artikel über Gaming, Wissen, Freizeit, Filme & Serien und Sport. Ich lese gerne, beschäftige mich mit unterschiedlichen Themen und mag es, Dinge so zu erklären, dass sie schnell verständlich werden. Gute Artikel sollten nämlich nicht nur informieren, sondern auch angenehm zu lesen sein.

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