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Avengers: Doomsday – Was du seit Endgame verpasst hast

Geschrieben von Nils Brandt

Zuletzt aktualisiert am

Großes metallisches Avengers-Symbol vor einer futuristischen Landschaft mit Bergen, Wasserfällen und Sonnenuntergang.

Als Avengers: Endgame 2019 in die Kinos kam, endete für viele Zuschauer eine Ära. Iron Man starb, Captain America verabschiedete sich und Thanos war besiegt. Wer danach aus dem Marvel Cinematic Universe (MCU) ausgestiegen ist, dürfte inzwischen einige Schwierigkeiten haben, den Überblick zu behalten.

Seitdem sind zahlreiche Filme und Serien erschienen, neue Superhelden hinzugekommen und ganze Universen miteinander verbunden worden. Am 16. Dezember 2026 startet mit Avengers: Doomsday der nächste große Avengers-Film in den deutschen Kinos. Doch welche Entwicklungen sind dafür wirklich wichtig? Und muss man tatsächlich alles nachholen?

Spoilerwarnung: Der Artikel verrät wichtige Handlungsdetails aus Marvel-Filmen und -Serien seit Endgame.

Nach Endgame gibt es keine Avengers mehr wie früher

Mit dem Tod von Tony Stark und Natasha Romanoff verlor das ursprüngliche Team zwei seiner wichtigsten Mitglieder. Steve Rogers entschied sich am Ende von Endgame, in die Vergangenheit zurückzukehren und sein Leben mit Peggy Carter zu verbringen. Als alter Mann übergab er seinen Schild an Sam Wilson, den bisherigen Falcon.

In der Serie The Falcon and the Winter Soldier zögert Sam zunächst, die Rolle des Captain America zu übernehmen. Die US-Regierung ernennt stattdessen den Soldaten John Walker zu seinem Nachfolger. Nach mehreren Konflikten nimmt Sam den Schild schließlich selbst an. In Captain America: Brave New World (2025) ist er bereits als neuer Captain America im Einsatz und versucht, ein neues Avengers-Team aufzubauen.

Auch in Wakanda hat sich einiges verändert. Nach dem Tod von T’Challa übernimmt seine Schwester Shuri in Black Panther: Wakanda Forever die Rolle des Black Panther. Gleichzeitig wird mit Namor der Herrscher des Unterwasserreichs Talokan eingeführt. Shuri und Namor sind für Doomsday bestätigt.

Auch Thors Leben hat sich verändert. Am Ende von Thor: Love and Thunder nimmt er die wiederbelebte Tochter seines Gegners Gorr bei sich auf. In Doomsday kehrt Thor zurück, und seine Adoptivtochter Love ist ebenfalls wieder an seiner Seite zu sehen.

Wer Endgame zuletzt gesehen hat, trifft 2026 auf eine völlig veränderte Heldengruppe. Auch die Frage, wer die Nachfolge der ursprünglichen Avengers antreten darf, sorgt für neue Konflikte.

Loki erklärt, warum das Multiversum so wichtig geworden ist

Eine der wichtigsten Entwicklungen spielt sich nicht in einem Kinofilm ab, sondern in der Disney+-Serie Loki. Während der Zeitreise in Endgame entkommt eine frühere Version von Loki mit dem Tesserakt. Sie wird kurz darauf von der Time Variance Authority (TVA) festgenommen, einer Organisation, die über den Verlauf der Zeitlinien wacht.

Tom Hiddleston als Loki in der Marvel-Serie (2021). © Marvel Studios

Die TVA sorgt ursprünglich dafür, dass abweichende Zeitlinien entfernt werden und nur die sogenannte Heilige Zeitlinie bestehen bleibt. Hinter dieser Kontrolle steckt ein Mann namens „He Who Remains“, eine Variante des später in Ant-Man and the Wasp: Quantumania auftretenden Kang. Als Loki und seine Verbündete Sylvie ihn am Ende der ersten Staffel erreichen, tötet Sylvie ihn. Daraufhin verzweigen sich die Zeitlinien unkontrolliert.

In der zweiten Staffel droht das System, das die verschiedenen Zeitlinien zusammenhält, zusammenzubrechen. Loki erkennt schließlich, dass er sie nur retten kann, indem er selbst die Verantwortung übernimmt. Er zerstört den Zeitwebstuhl, belebt die sterbenden Zeitlinien mit seiner Magie und verbindet sie zu einer gewaltigen, baumartigen Struktur.

Am Ende sitzt Loki allein im Zentrum des Multiversums und hält die verschiedenen Zeitlinien zusammen. Die TVA existiert weiterhin, verfolgt aber nicht mehr das Ziel, sämtliche Abweichungen auszulöschen. Stattdessen soll sie gefährliche Entwicklungen überwachen.

Loki gehört zur bestätigten Besetzung von Doomsday. Wer verstehen möchte, warum das Multiversum aus zahlreichen miteinander verbundenen Realitäten besteht, sollte beide Staffeln gesehen haben.

Doctor Strange zeigt, wie gefährlich andere Universen werden können

Während Loki die verschiedenen Zeitlinien behandelt, zeigt Doctor Strange in the Multiverse of Madness (2022), welche Folgen Reisen zwischen alternativen Realitäten haben können.

Im Film versucht Wanda Maximoff, ihre Kinder aus einer anderen Realität zu sich zu holen. Nachdem sie in WandaVision ihre selbst erschaffene Familie verloren hat, wird sie durch das magische Buch Darkhold zunehmend korrumpiert. Doctor Strange versucht gemeinsam mit America Chavez, einer jungen Frau mit der Fähigkeit, zwischen Universen zu reisen, ihre Pläne zu verhindern.

Auf ihrer Reise gelangen Strange und Chavez unter anderem auf Erde-838. Dort existieren andere Versionen bekannter Figuren, darunter Professor Charles Xavier von den X-Men und Reed Richards von den Fantastic Four. Wanda tötet mehrere Mitglieder dieser sogenannten Illuminati, bevor sie am Ende erkennt, welchen Schaden sie angerichtet hat.

Entscheidend ist ein Begriff, den der Film einführt: Incursion. Gemeint ist eine gefährliche Kollision zwischen Universen, bei der mindestens eine der betroffenen Realitäten zerstört werden kann. In der Abspannszene warnt die Zauberin Clea Doctor Strange, dass er selbst eine solche Kollision ausgelöst hat.

Die X-Men kehren zurück und gehören jetzt zum großen Crossover

Eine weitere Entwicklung betrifft Figuren, die lange Zeit außerhalb des eigentlichen MCU existierten: die X-Men.

Die Mutanten waren vor allem aus den früheren Filmen von 20th Century Fox bekannt. Dort spielte Patrick Stewart den Professor Charles Xavier, Ian McKellen dessen Gegenspieler Magneto und James Marsden den Mutanten Cyclops.

Szene aus den früheren X-Men-Filmen. © 20th Century Fox

Mit Deadpool & Wolverine (2024) rückten diese Filmwelten näher an das MCU heran. Deadpool wird darin von der TVA aufgegriffen und erfährt, dass sein Universum vom Untergang bedroht ist. Um es zu retten, sucht er eine andere Version von Wolverine. Der Film zeigt, dass Figuren aus unterschiedlichen Marvel-Realitäten aufeinandertreffen und sogar zwischen ihnen wechseln können.

Auch The Marvels (2023) deutete diese Verbindung bereits an. Nachdem Monica Rambeau einen Riss zwischen zwei Realitäten geschlossen hat, bleibt sie in einem fremden Universum zurück. In der Abspannszene begegnet sie dort Beast, einem Mitglied der X-Men.

Für Doomsday ist die Rückkehr mehrerer bekannter Mutanten offiziell bestätigt. Neben Professor X, Magneto und Cyclops werden unter anderem Mystique, Nightcrawler und Beast zu sehen sein. Das bedeutet aber nicht, dass Zuschauer sämtliche älteren X-Men-Filme nachholen müssen.

Zwei Teams streiten um den Avengers-Namen

Während das Multiversum immer komplizierter wird, versucht Marvel auch auf der Erde neue Heldengruppen aufzubauen. Den Einstieg liefert Thunderbolts (2025).

Der Film bringt mehrere Figuren zusammen, die bisher eher als Außenseiter oder Gegenspieler bekannt waren. Dazu gehören Yelena Belova, Bucky Barnes, John Walker, Red Guardian und Ghost. Gemeinsam treffen sie auf Bob Reynolds, der über gewaltige Kräfte verfügt, aber auch eine gefährliche dunkle Persönlichkeit namens Void besitzt.

Die Heldengruppe aus Thunderbolts (2025). © Marvel Studios

Nachdem die Gruppe die Bedrohung überwunden hat, nutzt Valentina Allegra de Fontaine die Gelegenheit, die ehemaligen Außenseiter öffentlich als New Avengers vorzustellen. Erstmals seit längerer Zeit gibt es im MCU wieder eine Heldengruppe, die offiziell den Namen Avengers trägt.

In der Abspannszene wird jedoch deutlich, dass Sam Wilson damit nicht einverstanden ist. Er beansprucht den Namen für sein eigenes Team. Die neuen Avengers haben also bereits mit einem internen Konkurrenzkampf zu tun, bevor die nächste große Bedrohung überhaupt beginnt.

Die letzte Szene des Films verbindet diese Geschichte mit Doomsday: Ein unbekanntes Raumschiff nähert sich der Erde. Auf seiner Außenhülle ist eine große Vier zu sehen, das Symbol der Fantastic Four.

Die Fantastic Four bringen Doctor Doom ins Spiel

Die Fantastic Four gehören zu den ältesten Superheldenteams von Marvel, hatten im bisherigen MCU aber keine große Rolle. Das änderte sich 2025 mit The Fantastic Four: First Steps.

Der Film spielt nicht in der bekannten MCU-Hauptrealität, sondern auf einer alternativen Erde namens Erde-828. Dort leben Reed Richards, Sue Storm, Johnny Storm und Ben Grimm in einer futuristischen Version der 1960er-Jahre. Gemeinsam stellen sie sich Galactus entgegen, einem kosmischen Wesen, das ganze Planeten verschlingen kann.

Die Fantastic Four in The Fantastic Four: First Steps (2025). © Marvel Studios

Eine besondere Rolle spielt Franklin Richards, der Sohn von Reed und Sue. Galactus interessiert sich für das Kind wegen dessen außergewöhnlicher Kräfte. Im Verlauf des Films wird deutlich, dass Franklin sogar seine Mutter wiederbeleben kann.

Die Abspannszene liefert den Anschluss. Vier Jahre nach den eigentlichen Ereignissen des Films entdeckt Sue Storm eine geheimnisvolle Gestalt neben ihrem Sohn. Der Mann trägt einen grünen Umhang und hält eine metallene Maske: Doctor Doom.

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt die Besetzung. Robert Downey Jr., der über ein Jahrzehnt Iron Man verkörperte, kehrt als Victor von Doom zurück. Die Figur ist in den Marvel-Comics als genialer Wissenschaftler, mächtiger Magier, Herrscher von Latveria und Erzfeind der Fantastic Four bekannt. Ob der Film eine Verbindung zu Tony Stark herstellt, ist bislang nicht geklärt.

Ursprünglich hatte Marvel mit Kang einen anderen großen Gegenspieler für die kommenden Avengers-Filme aufgebaut. In Ant-Man and the Wasp: Quantumania wurden sogar zahlreiche Varianten des Bösewichts eingeführt. Der damals geplante Film Avengers: The Kang Dynasty wurde später jedoch durch Avengers: Doomsday ersetzt, mit Doctor Doom als neuem Hauptgegner.

Neue Szenen in Endgame: Encore bereiten Doomsday vor

Am 25. September 2026 kehrte Avengers: Endgame unter dem Titel Endgame: Encore in ausgewählte Kinos zurück. Die Wiederveröffentlichung enthält zusätzliche Szenen, die auf den kommenden Film vorbereiten.

Eine davon zeigt Loki, der Steve Rogers in dessen Vergangenheit aufsucht. Chris Evans kehrt damit als Steve Rogers zurück, obwohl seine Geschichte in Endgame eigentlich abgeschlossen schien. Eine weitere Szene bringt Doctor Doom mit Bruce Banner zusammen. Besonders aufschlussreich ist jedoch ein Blick in die TVA: Dort beobachten Mobius und seine Kollegen, wie zahlreiche Universen durch aufeinanderfolgende Incursions zusammenbrechen.

Die Regisseure Anthony und Joe Russo haben dazu erklärt, dass Doomsday unmittelbar an die Entwicklungen aus Endgame anknüpft. Die Handlung soll Helden aus drei unterschiedlichen Universen zusammenführen. Wer die neuen Szenen nicht gesehen hat, kennt die wichtigsten Hintergründe bereits aus Loki und den anderen Multiversum-Filmen.

Offizieller Trailer zu Avengers: Doomsday (Marvel Deutschland)

Welche Marvel-Filme und Serien sollte man vor Doomsday wirklich sehen?

Disney+ hat eine eigene Auswahl an Filmen und Serien zusammengestellt, die auf Doomsday vorbereiten sollen. Dazu gehören Loki, Thunderbolts und The Fantastic Four: First Steps.

Wer Endgame noch gut in Erinnerung hat, sollte vor allem die ersten vier Titel priorisieren. Die beiden weiteren Filme ergänzen die Geschichte um bekannte Figuren und Entwicklungen.

  1. Loki – Staffel 1 und 2 (2021–2023): Die wichtigste Serie für das Verständnis der Zeitlinien, der TVA und des Multiversums.
  2. Doctor Strange in the Multiverse of Madness (2022): Erklärt die Gefahren von Reisen zwischen Universen und führt das Konzept der Incursions ein.
  3. Thunderbolts (2025): Stellt die New Avengers vor und führt in der Abspannszene unmittelbar zu den Fantastic Four.
  4. The Fantastic Four: First Steps (2025): Führt die neue Heldengruppe, Franklin Richards und Doctor Doom ein.
  5. Deadpool & Wolverine (2024): Zeigt, wie die früheren X-Men-Filmwelten mit dem MCU-Multiversum verbunden werden.
  6. Captain America: Brave New World (2025): Etabliert Sam Wilson als neuen Captain America und zeigt seine Bemühungen, die Avengers wieder aufzubauen.

Als Ergänzung lohnen sich die neuen Szenen aus Endgame: Encore sowie WandaVision für Wandas Vorgeschichte. X-Men (2000) und X2 (2003) stellen unter anderem Professor X, Magneto und Cyclops vor. Black Panther: Wakanda Forever führt Shuris Geschichte fort und zeigt Namor, während Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings den ebenfalls für Doomsday bestätigten Shang-Chi vorstellt.

Andere Serien wie Hawkeye, Moon Knight, She-Hulk oder Secret Invasion sind für den direkten Überblick weniger wichtig. Sie erweitern das MCU um zusätzliche Figuren und Handlungsstränge, gehören aber nicht zu den zentralen Vorbereitungen auf den kommenden Avengers-Film.

Wer nach Endgame den Anschluss verloren hat, muss sich nicht durch sämtliche Marvel-Filme und -Serien arbeiten. Einige ausgewählte Produktionen reichen aus, um die wichtigsten Entwicklungen zu verstehen und gut vorbereitet in Avengers: Doomsday zu gehen.

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Über den Autor

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Nils Brandt

Ich bin Nils und schreibe bei Themenblick vor allem über Gaming, Sport, Technik, Filme und digitale Trends. Mich interessieren Themen, bei denen es nicht nur um die schnelle Schlagzeile geht, sondern auch um die Geschichte dahinter. In meiner Freizeit lese ich mich gerne in neue Themen ein, fahre Ski und mache ab und zu Roadtrips.

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