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Schadet Schnellladen dem Handy-Akku? Das zeigt ein Test nach 500 Ladezyklen

Geschrieben von Nils Brandt

Zuletzt aktualisiert am

Smartphone wird per Ladekabel an einer Steckdose aufgeladen.

Schnellladen ist zwar praktisch, hat aber einen schlechten Ruf: Wer sein Smartphone ständig mit hoher Leistung lädt, soll damit angeblich den Akku schneller verschleißen. Ein Langzeittest des Technikkanals HTX Studio mit zwölf Smartphones zeigt allerdings, dass der Unterschied deutlich kleiner ist als oft angenommen.

Die Geräte wurden dafür über rund sechs Monate immer wieder bis auf etwa fünf Prozent entladen und anschließend auf 100 Prozent geladen. Nach insgesamt 500 Ladezyklen wurde verglichen, wie viel Akkukapazität verloren gegangen war.

Schnellladen gegen langsames Laden: Das sind die Ergebnisse

Für den Vergleich wurden sechs iPhone 12 und sechs iQOO 7 verwendet. Jeweils drei Geräte wurden schnell und drei langsam geladen. Beim iPhone 12 lag die Schnellladeleistung bei 20 Watt, beim getesteten iQOO 7 bei bis zu 120 Watt.

Nach 500 Ladezyklen sah der Kapazitätsverlust so aus:

iPhone 12, langsames Laden11,8 Prozent
iPhone 12, schnelles Laden12,3 Prozent
IQOO 7, langsames Laden8,8 Prozent
IQOO 7, schnelles Laden8,5 Prozent

Bei den iPhones verloren die schnell geladenen Geräte damit lediglich 0,5 Prozentpunkte mehr Akkukapazität. Beim IQOO 7 war es sogar umgekehrt: Dort schnitten die schnell geladenen Smartphones um 0,3 Prozentpunkte besser ab.

Macht Schnellladen den Akku also nicht kaputt?

Zumindest in diesem Test ließ sich nach 500 Ladezyklen kein deutlicher zusätzlicher Verschleiß durch Schnellladen erkennen.

Moderne Smartphones steuern ihre Ladeleistung während des Ladevorgangs automatisch und besitzen zusätzlich Funktionen, mit denen die Belastung des Akkus reduziert werden soll.

Apple verzögert mit der optimierten Batterieladung beispielsweise das vollständige Aufladen in bestimmten Situationen, damit das iPhone weniger lange bei 100 Prozent bleibt. Auch Google bietet bei Pixel-Smartphones eine adaptive Ladefunktion mit einem ähnlichen Ziel an.

Hitze bleibt für den Akku problematisch

Die Ergebnisse sind deshalb kein Freifahrtschein für jede Art des Ladens. Vor allem hohe Temperaturen können Lithium-Ionen-Akkus langfristig belasten.

Apple warnt beispielsweise davor, Geräte dauerhaft Umgebungstemperaturen von mehr als 35 Grad Celsius auszusetzen, da dadurch die Akkukapazität dauerhaft beeinträchtigt werden kann. Wird ein iPhone beim Laden zu warm, kann das System den Ladevorgang oberhalb von 80 Prozent sogar vorübergehend begrenzen.

Auch Google rät bei Pixel-Smartphones dazu, Überhitzung zu vermeiden, und bietet mit Adaptive Charging eine Funktion zur Schonung des Akkus.

Wer seinen Akku schonen möchte, muss Schnellladen deshalb nicht grundsätzlich vermeiden. Wichtiger ist es, starke Hitze beim Laden zu vermeiden und die Ladeoptimierungen des Smartphones aktiviert zu lassen.

Was der Test wirklich zeigt

Nach 500 Ladezyklen war bei allen getesteten Smartphones ein messbarer Kapazitätsverlust vorhanden. Ob schnell oder langsam geladen wurde, machte dagegen nur einen sehr kleinen Unterschied.

Der Test beweist damit zwar nicht, dass Schnellladen grundsätzlich keinerlei Einfluss auf die Lebensdauer eines Akkus hat. Er zeigt jedoch: Die Behauptung, regelmäßiges Schnellladen würde einen Smartphone-Akku zwangsläufig deutlich schneller verschleißen, lässt sich mit diesen Ergebnissen nicht bestätigen.

Über den Autor

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Nils Brandt

Ich bin Nils und schreibe bei Themenblick vor allem über Gaming, Sport, Technik, Filme und digitale Trends. Mich interessieren Themen, bei denen es nicht nur um die schnelle Schlagzeile geht, sondern auch um die Geschichte dahinter. In meiner Freizeit lese ich mich gerne in neue Themen ein, fahre Ski und mache ab und zu Roadtrips.

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