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Game Pass bröckelt: Warum Xbox sein einfachstes Versprechen verliert

Geschrieben von Nils Brandt

Zuletzt aktualisiert am

Lange Zeit war der Game Pass ein Versprechen im Gaming. Man hatte ein Abo, viele Spiele und große Xbox-Titel direkt zum Start. Es gab kein langes Abwägen oder Warten auf den nächsten Sale. Für viele Spieler also die bequemste Möglichkeit des Gaming.

Berichten zufolge wollte Microsoft bis 2026 deutlich höhere Game-Pass-Zahlen erreichen. Aktuell soll der Dienst aber weit darunter liegen. Für eine Strategie, in die Microsoft jahrelang massiv investiert hat, ist das ein Problem.

Hat also das Netflix-Modell im Gaming nicht so gut funktioniert, wie es auf dem Papier klang?

Das ursprüngliche Versprechen: Einfach spielen

Game Pass nahm Spielern eine Entscheidung ab. Wer das Abo hatte, musste nicht jedes Spiel einzeln kaufen. Man konnte es ausprobieren, abbrechen oder neue Titel testen, ohne jedes Mal 70 Euro zu riskieren.

Vor allem bei großen Xbox-Titeln konnte man davon ausgehen, dass sie im Abo landen würden. Und genau das machte den Game Pass so attraktiv. Es gab den Spielern eine gemütliche Sicherheit.

Der eigentliche Luxus war nicht die Menge der Spiele. Es war das Gefühl, sich nicht ständig entscheiden zu müssen.

Der Denkfehler hinter dem Netflix-Vergleich

Dieses Modell erinnert schnell an das Netflix-Abo. Ein monatlicher Preis, eine große Bibliothek und ständig neue Inhalte. Nur gibt es ein Problem: Spiele funktionieren anders als Filme und Serien.

Eine Serie schaut man an einem Wochenende durch, ein Film dauert zwei Stunden. Ein Spiel hingegen kann 20, 50 oder auch 200 Stunden einnehmen. Viele Spieler springen daher nicht jede Woche zum nächsten Titel, sondern bleiben monatelang bei denselben Spielen.

Deswegen wird das Abo-Modell hier schwieriger. Eine riesige Bibliothek klingt beeindruckend, aber sie ist weniger wert, wenn ein großer Teil der Zielgruppe ohnehin nur wenige Spiele intensiv nutzt. Wer monatelang dasselbe Spiel spielt, braucht keine endlose Flatrate. Er braucht genau das eine Spiel.

Die Idee mit dem Game Pass klang zwar nach einer bequemen Lösung, hatte jedoch einen großen Denkfehler: Microsoft setzte auf Masse, während viele Spieler in Wirklichkeit Bindung suchen.

Die Wachstums-Falle: Wenn 30 Millionen nicht genug sind

30 Millionen Abonnenten klingen nach einem riesigen Erfolg. Beim Game Pass zeigen sie aber eher das Problem. Microsoft soll für 2026 mit rund 77 Millionen Abonnenten gerechnet haben. Heute soll der Dienst eher bei etwa 30 Millionen liegen. Offiziell nannte Microsoft zuletzt 2024 rund 34 Millionen.

Game Pass ist also nicht unbeliebt. Er ist offenbar nur viel kleiner, als Microsoft ihn für diese Strategie gebraucht hätte.

Denn das Modell war teuer. Milliarden wurden in Studios, Übernahmen, Lizenzen und hochkarätige Day-One-Releases investiert. Damit diese Rechnung aufgeht, reicht es also nicht, dass das Abo schlicht beliebt ist. Es muss rasant wachsen, um diese immensen Kosten auch decken zu können.

Xbox wird unübersichtlich

Der aktuelle Xbox-Umbau macht das Ganze nicht einfacher. Microsoft streicht tausende Stellen, trennt sich von Studios und richtet seine Gaming-Sparte neu aus. Das führt nun dazu, dass Spieler nicht mehr wissen, welche Spiele wirklich direkt ins Abo kommen oder welche Studios noch dazugehören.

Ein Abo lebt auch von Vertrauen. Sobald das nicht mehr vorhanden ist, verliert das Modell einen Teil seines Reizes.

Die Erklärungs-Falle: Wenn ein Abo wieder Arbeit macht

Ein Abo funktioniert, solange es einfach ist. Sobald Spieler anfangen müssen zu prüfen, welche Titel bleiben, welche verschwinden, welche Studios noch dazugehören und welche Zusagen noch Bestand haben, verliert das Modell seinen Zauber.

Game Pass sollte Gaming eigentlich vereinfachen. Wenn das Abo zur Rechercheaufgabe wird, kippt das ursprüngliche Versprechen. Aus Bequemlichkeit wird Verwaltung.

Game Pass ist nicht tot, aber seine einfachste Idee bekommt Risse

Microsoft wollte Gaming mit Game Pass einfacher machen. Ein Abo, viele Spiele, wenig Nachdenken. Jetzt zeigt sich, dass diese Idee komplizierter ist als gedacht. Teure Studios, hohe Entwicklungskosten, unsichere Day-One-Versprechen und Spieler, die oft gar nicht so viele neue Spiele brauchen, wie das Modell bietet.

Vielleicht ist Game Pass nicht am Ende. Aber die einfache Idee dahinter ist beschädigt: Ein Abo, das Gaming bequemer machen sollte, zwingt Spieler plötzlich wieder zum Nachrechnen.

Über den Autor

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Nils Brandt

Ich bin Nils und schreibe bei Themenblick vor allem über Gaming, Sport, Technik, Filme und digitale Trends. Mich interessieren Themen, bei denen es nicht nur um die schnelle Schlagzeile geht, sondern auch um die Geschichte dahinter. In meiner Freizeit lese ich mich gerne in neue Themen ein, fahre Ski und mache ab und zu Roadtrips.

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