Halloween braucht nicht zwingend Kürbisse und Kunstblut. Für die Halloween-Zeit 2026 haben wir sechs Filme herausgesucht, die auf ganz unterschiedliche Weise unangenehm werden: mal psychologisch, mal klaustrophobisch, mal mit einem Monster, dem man lieber nicht begegnen möchte. Die Auswahl reicht vom Psychothriller bis zum Horrorfilm für Ende Oktober.
Verity – Dunkle Geheimnisse (seit 1. Oktober)
Eine Schriftstellerin zieht auf ein abgelegenes Anwesen, um das Werk einer anderen zu vollenden. Das klingt nach Routinejob, bis sie zwischen unveröffentlichten Manuskripten auf Aufzeichnungen stößt, die immer neue Fragen aufwerfen: Was ist in dieser Familie eigentlich passiert?
Dakota Johnson spielt Lowen, die die Buchreihe der erfolgreichen Autorin Verity Crawford fertigstellen soll. Anne Hathaway spielt Verity, Josh Hartnett ihren Ehemann. Klassischer Horror ist das nicht: Verity setzt auf Misstrauen statt auf Schockeffekte und passt zu einem düsteren Thrillerabend.
Whalefall (ab 15. Oktober)
Der Horror in Whalefall kommt ohne Geister oder Dämonen aus. Stattdessen setzt der Film auf eine sehr greifbare Angst: unter Wasser eingeschlossen zu sein und zu wissen, dass die Luft langsam ausgeht. Jay Gardiner taucht vor der kalifornischen Küste, um nach den Überresten seines verstorbenen Vaters zu suchen. Dann wird er von einem Pottwal verschluckt und hat ungefähr eine Stunde Sauerstoff, um wieder herauszukommen. Austin Abrams spielt Jay, Josh Brolin dessen Vater.
Das klingt nach absurdem Monsterfilm, ist aber ein klaustrophobischer Survival-Thriller. Zwischen den üblichen Oktober-Horrorfilmen sticht er heraus. Sehr wenig Platz, begrenzter Sauerstoff und scheinbar kein Ausweg: Mehr braucht der Film nicht.
Clayface (ab 22. Oktober)
Ein DC-Film in einer Halloween-Watchlist klingt zunächst etwas fehl am Platz. Bei Clayface ist genau das der interessante Punkt. Tom Rhys Harries spielt den Schauspieler Matt Hagen, dessen Gesicht bei einem Angriff schwer entstellt wird. Eine experimentelle Behandlung stellt sein Aussehen zunächst wieder her, dann verwandelt sich sein Körper zunehmend in eine formbare, lehmartige Masse.
James Watkins führt Regie, am Drehbuch arbeiteten Mike Flanagan und Hossein Amini. Statt eines weiteren klassischen Superheldenfilms setzt Clayface bewusst auf Body Horror. Für Comicfans ist das einer der ungewöhnlicheren DC-Filme, für Horrorfans vielleicht der interessanteste große Kinostart des Monats.
Other Mommy (ab 29. Oktober)
Zwei Tage vor Halloween startet ein Film mit einer Idee, die sofort hängen bleibt: Was, wenn das Wesen, vor dem sich ein Kind fürchtet, genauso aussieht wie seine Mutter?
Die achtjährige Bela glaubt, dass zu Hause etwas nicht stimmt. Eine unheimliche Präsenz nähert sich ihr in Gestalt einer „anderen Mami“. Jessica Chastain spielt eine Doppelrolle, Rob Savage führt Regie, James Wan produziert. Die Vorlage ist Josh Malermans Roman Incidents Around the House. Der Termin macht Other Mommy zum naheliegenden Kandidaten für das Halloween-Wochenende, und das Konzept muss nicht lange erklären, warum es unheimlich wirkt.
Crazy Old Lady (ab 29. Oktober)
Am selben Tag startet ein deutlich kleinerer Film, dessen Ausgangslage schnell eskaliert. Pedro soll nur für eine Nacht auf die Mutter seiner Ex-Freundin aufpassen. Alicia hat Demenz und erkennt ihn nicht. Sie hält ihn für einen Mann aus ihrer Vergangenheit, mit dem sie noch eine Rechnung offen hat.
Wenig später sitzt Pedro gefesselt in ihrem Haus und muss herausfinden, was in Alicias Erzählungen Erinnerung ist, was Wahn und was vielleicht etwas ganz anderes. Der Psychohorror braucht weder Monster noch ein Franchise und ist die kleinere, psychologisch härtere Alternative zu den großen Horrorstarts.
Beware Boiúna (ab 12. November)
Spukhäuser gibt es im Horror genug. Beware Boiúna schickt seine Figuren stattdessen in den Amazonas: Eine medizinische Mission gerät dort an die Boiúna, eine gigantische Schlange aus dem kolumbianischen Volksglauben.
Regisseur Mike P. Nelson, der zuvor Wrong Turn inszenierte, setzt auf Survival-Horror in einer Umgebung, aus der man nicht mal eben zur nächsten Straße flüchtet. Gedreht wurde in Kolumbien, unter anderem im Amazonasgebiet. Mit Kiana Madeira (Fear Street), Jessica Rothe (Happy Death Day) und Logan Marshall-Green bringt der Film außerdem mehrere bekannte Genre-Gesichter mit.
Eigentlich sollte der Film am 8. Oktober starten, der deutsche Kinostart wurde inzwischen aber auf den 12. November 2026 verschoben.
Welcher Film passt zu welchem Oktoberabend?
Wer es weniger gruselig mag, startet mit Verity. Whalefall setzt auf Klaustrophobie und Clayface ist der große Body-Horror-Titel des Monats. Für das Halloween-Wochenende selbst liegen Other Mommy und Crazy Old Lady terminlich ohnehin perfekt.
Sechs unterschiedliche Arten von Horror und Thriller für die kommenden Wochen. Wer an Halloween etwas Neues sehen will, muss dieses Jahr also nicht wieder bei den üblichen Horror-Klassikern landen.

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