Zum Inhalt springen

Warner wollte diesen fertigen Film nie zeigen – jetzt läuft er doch im Kino

Geschrieben von Alba Aliti

Zuletzt aktualisiert am

Wile E. Coyote sitzt neben einem Anwalt mit einem Acme-Produkt in einem Gerichtssaal.
 © Ketchup Entertainment

Ein Film wird für rund 70 Millionen Dollar produziert, komplett fertiggestellt und bei ersten Testvorführungen gezeigt. Danach entscheidet das Studio plötzlich: Niemand soll ihn sehen. Genau das passierte mit Coyote vs. Acme. Warner Bros. legte den fertigen Looney-Tunes-Film 2023 auf Eis und plante, ihn steuerlich abzuschreiben.

Fast drei Jahre später ist die Geschichte komplett gekippt. Ein anderes Unternehmen kaufte den Film, brachte ihn doch ins Kino und am 17. September 2026 startet Coyote vs. Acme auch in Deutschland und Österreich. In den USA läuft er bereits, und das deutlich erfolgreicher, als sein ungewöhnliches Schicksal vermuten lässt.

Warner hatte den Film bereits komplett fertiggestellt

Coyote vs. Acme basiert auf einer ungewöhnlichen Idee: Wile E. Coyote verklagt die Acme Corporation, nachdem deren Produkte bei seinen zahllosen Versuchen, den Road Runner zu fangen, immer wieder versagen.

Dafür engagiert er einen erfolglosen Anwalt, gespielt von Will Forte. Auf der Gegenseite steht ausgerechnet dessen ehemaliger Chef, gespielt von John Cena. Der Film kombiniert reale Schauspieler mit bekannten Looney-Tunes-Figuren wie Bugs Bunny, Daffy Duck und Road Runner. Regie führte Dave Green.

Das Kuriose daran ist, dass der Film keineswegs nur eine Idee oder ein unfertiges Projekt war. Coyote vs. Acme war komplett gedreht und fertiggestellt. Die Produktionskosten lagen Berichten zufolge bei rund 70 Millionen US-Dollar, zudem hatte der Film bereits positive Testvorführungen hinter sich.

Trotzdem gab Warner Bros. im November 2023 bekannt, den Film nicht veröffentlichen zu wollen.

Warum Warner einen fertigen 70-Millionen-Dollar-Film verschwinden lassen wollte

Hinter der Entscheidung steckte keine kreative Überarbeitung. Warner Bros. Discovery befand sich damals mitten in einem umfangreichen Sparkurs und wollte Coyote vs. Acme stattdessen steuerlich abschreiben.

Das Unternehmen hatte zuvor bereits zwei andere weitgehend bzw. vollständig produzierte Filme auf ähnliche Weise gestoppt: den rund 90 Millionen Dollar teuren DC-Film Batgirl und den Animationsfilm Scoob! Holiday Haunt. Beide sind bis heute nicht regulär veröffentlicht worden.

Bei Coyote vs. Acme sorgte die Entscheidung allerdings für ungewöhnlich heftigen Widerstand. Filmschaffende, Schauspieler und Fans kritisierten, dass ein fertiges Werk aus finanziellen Gründen möglicherweise dauerhaft im Archiv verschwinden sollte. Unter dem Hashtag #ReleaseCoyoteVsAcme entwickelte sich eine Kampagne für die Veröffentlichung.

Warner erlaubte schließlich, den Film anderen Unternehmen anzubieten. Unter anderem sahen sich Amazon, Apple und Netflix Coyote vs. Acme an, zunächst kam jedoch kein Verkauf zustande. Damit sah es lange danach aus, als würde der Film tatsächlich nie erscheinen.

Für rund 50 Millionen Dollar bekam der Film eine zweite Chance

Die Wendung kam 2025. Ketchup Entertainment erwarb die weltweiten Vertriebsrechte an Coyote vs. Acme. Der Kaufpreis soll bei rund 50 Millionen US-Dollar gelegen haben. Anstatt den Film einfach auf einer Streamingplattform abzulegen, entschied sich der neue Rechteinhaber für einen regulären Kinostart.

In den USA startete Coyote vs. Acme am 28. August 2026. Am ersten Wochenende spielte der Film dort geschätzt 15,5 Millionen Dollar ein. Für Ketchup Entertainment war es sogar der bislang erfolgreichste Kinostart des Verleihers. Das Publikum bewertete den Film zudem mit einem A CinemaScore.

Am 17. September kommt Coyote vs. Acme auch zu uns ins Kino

Lange müssen Fans in Europa nicht mehr warten. In Deutschland und Österreich startet Coyote vs. Acme am 17. September 2026 regulär im Kino. Einzelne Vorführungen finden sogar schon einige Tage früher statt.

Damit endet eine der ungewöhnlichsten Hollywood-Geschichten der vergangenen Jahre doch noch auf der großen Leinwand. Coyote vs. Acme war fertig produziert, sollte aus finanziellen Gründen nie veröffentlicht werden und verschwand jahrelang im Archiv. Erst der Verkauf an Ketchup Entertainment brachte die Wende.

Für Warner Bros. dürfte der Fall damit noch länger in Erinnerung bleiben. Während andere eingestellte Produktionen wie Batgirl bis heute unveröffentlicht geblieben sind, hat Wile E. Coyote am Ende doch noch den Weg ins Kino gefunden.

Über den Autor

71 Artikel

Alba Aliti

Ich schreibe für Themenblick Artikel über Gaming, Wissen, Freizeit, Filme & Serien und Sport. Ich lese gerne, beschäftige mich mit unterschiedlichen Themen und mag es, Dinge so zu erklären, dass sie schnell verständlich werden. Gute Artikel sollten nämlich nicht nur informieren, sondern auch angenehm zu lesen sein.

Offene Diskussion

Diskussion starten

Mitdiskutieren

Teilen Sie Kontext, Korrekturen und durchdachte Perspektiven. Bleiben Sie hilfreich, konkret und respektvoll.

Ihre Perspektive hinzufügen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.