Das Konzert beginnt und statt hunderter leuchtender Displays sieht man einfach die Bühne. Was früher selbstverständlich war, wird inzwischen wieder bewusst hergestellt: Immer mehr Künstler und Veranstalter setzen auf handyfreie Shows.
So funktionieren Konzerte ohne Smartphone
Besonders verbreitet ist das System des Anbieters Yondr. Besucher legen ihr Smartphone beim Einlass in eine spezielle Tasche, die anschließend verschlossen wird. Das Handy bleibt die ganze Zeit beim Besitzer, lässt sich im Zuschauerbereich aber nicht herausnehmen.
Wer sein Smartphone benötigt, kann einen dafür vorgesehenen Bereich aufsuchen und die Tasche dort entsperren lassen. Nach der Show wird sie am Ausgang wieder geöffnet. Auch Smartwatches und andere Aufnahmegeräte können von solchen Regeln betroffen sein.
Das Konzept ist längst kein Einzelfall mehr. Bob Dylan setzte bei Konzerten auf Yondr-Taschen, die Band Tool verfolgt schon länger eine strenge Smartphone-Regel. 2026 kündigte auch Phoebe Bridgers handyfreie Shows an. Selbst Teile des Edinburgh International Festival wurden in diesem Jahr als phone-free angekündigt.
Warum Künstler die Handys loswerden wollen
Der offensichtlichste Grund ist die Ablenkung. Wer große Teile eines Konzerts durch die Kamera verfolgt, achtet weniger auf das, was gerade auf der Bühne passiert. Gleichzeitig können hochgehaltene Smartphones anderen Besuchern die Sicht nehmen.
Für Künstler kommt noch etwas hinzu: Ohne ständig laufende Kameras müssen sie nicht damit rechnen, dass jeder Versprecher, jeder neue Song oder jeder besondere Moment wenige Minuten später im Internet landet.
Vor allem soll sich aber die Stimmung verändern. Statt ein Konzert für Instagram oder TikTok festzuhalten, sollen Besucher wieder stärker im Moment sein und gemeinsam auf das reagieren, was auf der Bühne passiert. Genau damit begründet auch Yondr sein Konzept für phone-free Veranstaltungen.
Ganz ohne Nachteile geht es nicht
Nicht jeder findet die Idee praktisch. Wer Freunde sucht, erreichbar sein muss oder normalerweise mit dem Handy bezahlt, muss sich umstellen. Bei vielen Veranstaltungen gibt es deshalb Bereiche, in denen das Smartphone bei Bedarf entsperrt werden kann. Für Einkäufe kann außerdem wieder eine physische Bankkarte nötig sein.
Trotzdem zeigt der Trend eine interessante Gegenbewegung. Jahrelang gehörten Smartphones bei Konzerten selbstverständlich dazu. Jetzt versuchen manche Künstler und Veranstalter bewusst, genau diesen Teil des Konzertbesuchs wieder rückgängig zu machen.
Das Erinnerungsfoto nach dem letzten Song fehlt dann vielleicht. Dafür sieht man während des Konzerts zumindest nicht hauptsächlich die Displays der Menschen vor einem.

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