Herzfrequenz messen, Schlaf analysieren, Training aufzeichnen: Das kann die Apple Watch schon heute. Nun soll Apple ein Fitnessarmband ohne Display testen, das mit Geräten wie dem Whoop-Armband konkurrieren könnte.
Was über Apples Fitnessarmband bekannt ist
Wie Bloomberg-Journalist Mark Gurman am 22. September 2026 berichtete, beschäftigt sich Apple seit mehreren Monaten mit Fitness-Trackern ohne Bildschirm. Inzwischen soll das Unternehmen erste Prototypen entwickelt haben, die aus einem dünnen Stoffarmband und einem kompakten Sensormodul bestehen.
Das Gerät würde Gesundheits- und Aktivitätsdaten erfassen, ohne auf einen Bildschirm angewiesen zu sein. Zu den möglichen Messwerten gehören Herzfrequenz und weitere Körperdaten, wie sie bereits von der Apple Watch aufgezeichnet werden.
Warum ein Fitness-Tracker ohne Display sinnvoll sein kann
Ein Bildschirm macht die Apple Watch vielseitig. Nutzer können während des Trainings ihre Herzfrequenz kontrollieren, Nachrichten beantworten oder Musik steuern. Wer seine Uhr hauptsächlich zur Gesundheitsüberwachung trägt, benötigt viele dieser Funktionen gar nicht.
Bei einem Fitnessarmband ohne Display steht die kontinuierliche Datenerfassung im Vordergrund. Sensoren messen Körperwerte im Hintergrund, während die Auswertung über eine Smartphone-App erfolgt. Das reduziert die Ablenkung durch Benachrichtigungen und ermöglicht eine einfachere Bauweise.
Auch beim Tragekomfort kann das Vorteile haben. Leichte Armbänder lassen sich häufig angenehmer über Nacht tragen als größere Smartwatches. Da kein Bildschirm mit Strom versorgt werden muss, ist zudem eine längere Akkulaufzeit möglich.
Der Verzicht auf ein Display bringt auch Einschränkungen mit sich. Wer beim Laufen seine Geschwindigkeit oder Herzfrequenz direkt kontrollieren möchte, müsste dafür zum Smartphone greifen.
Whoop, Fitbit und Garmin haben diesen Markt bereits entdeckt
Apple wäre mit einem solchen Produkt keineswegs der erste Hersteller. Whoop setzt seit Jahren auf Fitnessarmbänder ohne Bildschirm, die Schlaf, körperliche Belastung und Erholung analysieren. Statt einer klassischen Uhr erhalten Nutzer ein System, das ihre Messwerte in einer App aufbereitet.
2026 ist die Konkurrenz gewachsen. Google brachte mit dem Fitbit Air einen eigenen Tracker ohne Display auf den Markt. Garmin folgte im Juli mit dem Cirqa Smart Band, das ebenfalls Gesundheits- und Trainingsdaten erfasst.
Die Geräte unterscheiden sich vor allem beim Geschäftsmodell. Während Whoop eine kostenpflichtige Mitgliedschaft voraussetzt, lässt sich Garmins Cirqa ohne verpflichtendes Abonnement verwenden. Beim Fitbit Air sind bestimmte Zusatzfunktionen an ein optionales Premium-Abo gebunden.
Die Grundlagen hat Apple schon
Mit der im September vorgestellten Apple Watch Series 12 hat Apple seine Gesundheitsmessungen weiter ausgebaut. Die Uhr bietet eine verbesserte Herzfrequenzmessung und erfasst die Herzfrequenzvariabilität häufiger als ihre Vorgänger.
Hinzu kommt der sogenannte Tagesformwert. Er berücksichtigt unter anderem Aktivität, Schlaf und Vitalwerte und soll einschätzen, wie belastbar der Körper an einem bestimmten Tag ist. Vergleichbare Bewertungen sind von Whoop und anderen Gesundheits-Trackern bekannt.
Mit der überarbeiteten Health-App, deren Veröffentlichung für Ende 2026 vorgesehen ist, erweitert Apple außerdem die Auswertung persönlicher Gesundheitsdaten. Eine neue Funktion namens Health Age soll anhand von Apple-Watch-Daten zeigen, wie die körperliche Verfassung im Verhältnis zum tatsächlichen Alter einzuordnen ist. Apple Intelligence soll zudem für personalisierte Zusammenfassungen und Empfehlungen eingesetzt werden.
Ein Fitnessarmband ohne Bildschirm würde gut zu Apples neuer Health-App passen. Die gesammelten Gesundheitsdaten könnten dort ausgewertet werden, ohne dass Nutzer dafür eine vollwertige Smartwatch benötigen.
Wann könnte das Apple-Fitnessband erscheinen?
Laut Bloomberg wäre eine Veröffentlichung frühestens 2028 möglich. Ob Apple das Fitnessband tatsächlich auf den Markt bringt, soll das Unternehmen bislang nicht entschieden haben.
Ebenso offen sind die Kosten. Apple verlangt für die grundlegenden Gesundheitsfunktionen seiner Smartwatch bislang kein zusätzliches Abonnement. Ob das bei einem eigenständigen Fitnessarmband genauso wäre, lässt sich derzeit nicht sagen.
Für Apple dürfte entscheidend sein, wie sich das Fitnessband von der eigenen Smartwatch abhebt. Wer bereits eine Apple Watch besitzt, müsste schließlich einen guten Grund haben, stattdessen oder zusätzlich zur Uhr ein Band zu tragen.

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