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Mahjong für Anfänger: So funktioniert das Spiel

Geschrieben von Nils Brandt

Zuletzt aktualisiert am

Mehrere Personen spielen gemeinsam Mahjong an einem Tisch und legen traditionelle Mahjong-Steine ab.

Mahjong wirkt auf den ersten Blick alles andere als einsteigerfreundlich. Dutzende Spielsteine mit chinesischen Zeichen, Begriffe wie Chi, Pon oder Riichi und Regeln, die sich je nach Version unterscheiden. Trotzdem entdecken gerade auffällig viele Menschen das Spiel neu.

Google verzeichnete 2026 einen deutlichen Anstieg beim Interesse: Die Suche nach „mahjong for beginners“ legte innerhalb eines Jahres um 230 Prozent zu, auch Kurse und Mahjong-Abende werden häufiger gesucht. Das Spiel passt damit überraschend gut zu einem größeren Trend: Freizeit wieder gemeinsam und offline zu verbringen.

Wer Mahjong als neues Hobby ausprobieren möchte, sollte allerdings eine Sache wissen: Mahjong ist nicht gleich Mahjong.

Mahjong kurz erklärt

Mahjong stammt aus China und wird traditionell mit vier Personen und Spielsteinen statt Karten gespielt. Das Grundprinzip erinnert ein wenig an Rommé: Man zieht einen Stein, legt einen anderen ab und versucht, aus der eigenen Hand passende Kombinationen zu bilden.

Eine gewöhnliche Gewinnhand besteht bei vielen Varianten aus vier Gruppen und einem Paar. Gruppen können beispielsweise aus drei gleichen Steinen oder aus drei aufeinanderfolgenden Zahlen derselben Farbe bestehen.

Das klingt zunächst überschaubar. Komplizierter wird Mahjong durch die Wertung und die verschiedenen Möglichkeiten, eine gültige Hand zusammenzustellen. Als Anfänger muss man aber nicht versuchen, das komplette Regelwerk auf einmal zu lernen.

Für die ersten Runden reicht es, die Steine zu erkennen und das Prinzip ziehen, kombinieren, ablegen zu verstehen.

Welche Mahjong-Version sollte man lernen?

Wer nach Mahjong-Regeln sucht, stößt schnell auf widersprüchliche Erklärungen. Das liegt nicht unbedingt daran, dass eine davon falsch ist.

Es gibt schlicht mehrere Varianten.

International werden unter anderem Mahjong Competition Rules (MCR), das japanische Riichi Mahjong und verschiedene chinesische Regelwerke gespielt. Die Mahjong International League führt MCR, Riichi und Sichuan Mahjong als drei große internationale Wettbewerbsvarianten.

Besonders online ist Riichi sehr verbreitet. Wer Mahjong über Videospiele, Apps oder japanische Popkultur entdeckt hat, landet häufig bei dieser Variante. Sie nutzt zusätzliche Regeln wie Riichi und Dora und besitzt ein umfangreicheres Wertungssystem.

American Mah Jongg funktioniert wiederum deutlich anders. Dort kommen unter anderem Joker zum Einsatz und Spieler orientieren sich an einer jährlich aktualisierten Karte mit gültigen Händen.

Deshalb der wichtigste Tipp für Anfänger: Nicht fünf Regelvideos zu fünf verschiedenen Varianten gleichzeitig anschauen. Entscheidet euch zunächst für eine Version und bleibt dabei.

Wer einfach mit Freunden zu Hause beginnen möchte, kann mit einem vereinfachten chinesischen Regelwerk starten. Wer hauptsächlich online spielen will, findet für Riichi besonders viele Apps, Tutorials und aktive Communities.

Diese Steine musst du wirklich kennen

Ein Mahjong-Set sieht komplizierter aus, als es ist. Der größte Teil besteht aus drei Zahlenfarben:

  • Bambus
  • Kreise
  • Zeichen

Jede davon enthält die Zahlen eins bis neun.

Dazu kommen die sogenannten Ehrensteine: vier Winde sowie drei Drachen. Je nach Variante gibt es zusätzlich Blumen- und Jahreszeitensteine.

Mehr muss man vor der ersten Partie eigentlich nicht auswendig lernen. Nach ein paar Runden erkennt man die Symbole ohnehin deutlich schneller.

Gerade die Zeichen-Steine können am Anfang ungewohnt sein. Wer mit einem westlich beschrifteten Einsteiger-Set spielt, findet deshalb häufig kleine arabische Zahlen in den Ecken. Das macht den Einstieg wesentlich angenehmer.

So läuft eine Runde grob ab

Jeder Spieler beginnt mit einer Hand aus Steinen. Anschließend läuft Mahjong immer wieder nach demselben Grundprinzip ab:

Stein ziehen → Hand prüfen → einen Stein ablegen.

Die anderen Spieler können bestimmte abgelegte Steine unter bestimmten Bedingungen übernehmen, um daraus eine Kombination zu bilden.

Ein Pon besteht beispielsweise aus drei identischen Steinen. Ein Chi ist eine Zahlenfolge aus drei aufeinanderfolgenden Steinen derselben Farbe.

Das Ziel besteht darin, die eigene Hand fertigzustellen, bevor es jemand anderes schafft.

Das eigentliche Spielprinzip versteht man deshalb oft schon nach einer Runde. Die Schwierigkeit entsteht später durch die Frage, welche Hand besonders wertvoll ist und welche Kombinationen überhaupt Punkte bringen. Diesen Teil darf man am Anfang ruhig ignorieren.

Der größte Anfängerfehler: sofort alles lernen wollen

Mahjong-Regelwerke können dutzende Seiten lang sein. Wer vor der ersten Partie versucht, sämtliche Sonderhände, Wertungen und Ausnahmen auswendig zu lernen, macht sich den Einstieg unnötig schwer.

Besser funktioniert es in Stufen.

Zuerst lernt man die Steine und das Ziehen und Ablegen. Danach kommen einfache Kombinationen. Erst wenn dieses Grundprinzip sitzt, lohnt es sich, Wertungen und besondere Hände dazuzunehmen.

Bei Riichi ist das besonders wichtig. Dort reicht es nicht immer, einfach vier Gruppen und ein Paar zu besitzen. Die Hand braucht zusätzlich mindestens ein gültiges Wertungsmuster, ein sogenanntes Yaku.

Das klingt kompliziert, wird aber wesentlich verständlicher, sobald man ein paar Hände tatsächlich gespielt hat.

Braucht man direkt ein eigenes Mahjong-Set?

Nicht unbedingt. Zum Ausprobieren ist eine App oder eine Online-Version sogar praktisch, weil das Spiel automatisch erkennt, welche Züge erlaubt sind und wie viele Punkte eine fertige Hand wert ist. Gerade die komplizierte Wertung muss man dadurch nicht selbst berechnen.

Wer lieber direkt am Tisch spielt, braucht neben dem Set vor allem drei weitere Personen und etwas Geduld für die erste Runde.

Beim Kauf sollte man vorher wissen, welche Variante man spielen möchte. Nicht jedes Set enthält dieselben Steine. Japanisches Riichi wird beispielsweise üblicherweise mit einem anderen Steinumfang gespielt als manche chinesischen Varianten.

Für eine erste Runde ist deshalb wichtiger, das passende Set zu haben, als möglichst viel Zubehör zu kaufen.

Warum Mahjong wieder im Trend ist

Mahjong trifft einen Nerv, den derzeit auch Run Clubs, Strickkurse oder Brettspielabende bedienen: Man macht etwas gemeinsam, ohne ständig auf einen Bildschirm schauen zu müssen.

Google meldete 2026 nicht nur deutlich mehr Suchanfragen nach Mahjong für Anfänger. Auch „mahjong lessons near me“ nahm stark zu und „mahjong dinner party“ entwickelte sich zeitweise zu einem auffälligen Suchtrend.

Das Spiel eignet sich dafür ziemlich gut. Eine Runde verlangt Aufmerksamkeit, lässt aber trotzdem genug Raum zum Reden. Gleichzeitig wird Mahjong mit Erfahrung deutlich strategischer, sodass man nicht nach drei Abenden das Gefühl hat, bereits alles gesehen zu haben.

Vielleicht erklärt genau das den neuen Reiz eines Spiels, das auf den ersten Blick so altmodisch wirkt: Mahjong ist schnell genug verstanden, um einfach anzufangen und kompliziert genug, um lange interessant zu bleiben.

Über den Autor

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Nils Brandt

Ich bin Nils und schreibe bei Themenblick vor allem über Gaming, Sport, Technik, Filme und digitale Trends. Mich interessieren Themen, bei denen es nicht nur um die schnelle Schlagzeile geht, sondern auch um die Geschichte dahinter. In meiner Freizeit lese ich mich gerne in neue Themen ein, fahre Ski und mache ab und zu Roadtrips.

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