Mehr als ein Jahrzehnt war Call of Duty von Nintendo-Konsolen verschwunden. Der letzte reguläre Teil für eine Nintendo-Heimkonsole war Call of Duty: Ghosts auf der Wii U im Jahr 2013. Doch jetzt ändert sich das, denn Modern Warfare 4 erscheint auch für Nintendo Switch 2. Vom 28. August bis 1. September 2026 konnten Switch-2-Spieler erstmals selbst die offene Beta ausprobieren.
Dabei stellt sich vor allem eine Frage: Kann Nintendos vergleichsweise kleine Hybridkonsole ein modernes Call of Duty überhaupt vernünftig stemmen?
Nach 13 Jahren kehrt Call of Duty zu Nintendo zurück
Call of Duty: Ghosts erschien am 5. November 2013 für Wii U. Danach kam jahrelang kein neuer Hauptteil mehr auf eine Nintendo-Konsole. Selbst die enorm erfolgreiche erste Switch wurde von der Reihe komplett übersprungen. Erst die deutlich leistungsfähigere Switch 2 bringt Call of Duty zurück.
Modern Warfare 4 erscheint offiziell am 23. Oktober 2026. Schon vor dem Release durften Switch-2-Spieler die offene Beta ausprobieren. Laut Activision war es sogar die erste Call-of-Duty-Open-Beta auf der Switch 2.
Für Nintendo ist das ein echtes Ausrufezeichen. Die Marke, die über zehn Jahre gefehlt hat, ist zurück. Call of Duty gehörte über ein Jahrzehnt zu den großen Gaming-Marken, auf die Nintendo-Spieler verzichten mussten. Entscheidend ist aber, ob die Switch 2 mit einem aktuellen Call of Duty technisch überhaupt mithalten kann.
Modern Warfare 4 läuft auf der Switch 2 – aber nicht ohne Kompromisse
Der erste Eindruck fällt besser aus, als man bei der vergleichsweise schwachen Hardware erwarten könnte. Modern Warfare 4 wirkt auf der Switch 2 keineswegs wie eine völlig abgespeckte Notlösung. Der normale Multiplayer bleibt trotz der schwächeren Hardware grundsätzlich spielbar und sieht für eine Hybridkonsole erstaunlich ordentlich aus.
Ganz verstecken kann die Switch 2 ihre Grenzen trotzdem nicht. In Gameplay-Aufnahmen der Beta fallen teilweise unscharfe, teils verwaschene Texturen, Ruckler und eine unruhige Bildrate auf. Bei schnellen Kamerabewegungen wirkt die Darstellung spürbar weniger stabil als auf PS5, Xbox Series X|S oder einem leistungsfähigen Gaming-PC. Selbst beim Öffnen des Scoreboards treten teilweise kurze Verzögerungen auf. Große Möglichkeiten, die Grafik selbst anzupassen, bietet die Switch-2-Version ebenfalls nicht.
Zum eigentlichen Stresstest wird dann aber Warzone. Auf der wesentlich größeren Karte zeigen sich die Leistungsgrenzen der Switch 2 deutlicher als im normalen Multiplayer. Bei hektischen Gefechten mit vielen Spielern auf engem Raum kann das über Sieg oder Niederlage entscheiden.
Allerdings darf man dabei nicht vergessen: Getestet wurde eine Beta-Version. Activision nutzte die offene Beta ausdrücklich auch dazu, Feedback für die finale Version zu sammeln. Bis zum Release am 23. Oktober kann sich die Performance also noch verändern.
Die Joy-Con 2 können sogar zur Maus werden
Mit den normalen Joy-Con fühlt sich ein schneller Shooter wie Call of Duty zunächst ungewohnt an. Vor allem präzises Zielen über die kleinen Analogsticks verlangt deutlich mehr Eingewöhnung als mit einem klassischen Controller. Mit einem Switch 2 Pro Controller kommt das Spiel dem gewohnten Konsolenerlebnis wesentlich näher.
Spannender ist eine andere Funktion: Modern Warfare 4 unterstützt offiziell die Mausfunktion der Joy-Con 2. Ein Joy-Con kann dabei über eine Oberfläche bewegt und ähnlich wie eine Computermaus zum Zielen verwendet werden. Zusätzlich unterstützt die Switch-2-Version Gyro-Steuerung, den Switch 2 Pro Controller, HDR und den Handheld-Modus.
Für einen Shooter ist das kein Gimmick, sondern ein echter Vorteil gegenüber den anderen Konsolenversionen.
Crossplay funktioniert – reine Switch-2-Lobbys haben aber einen Haken
Modern Warfare 4 unterstützt auf der Switch 2 sowohl Crossplay als auch Cross-Progression. Switch-Spieler können dadurch gemeinsam mit Spielern anderer unterstützter Plattformen antreten und ihren Fortschritt plattformübergreifend nutzen.
Mit aktiviertem Crossplay trifft man deshalb auch auf Spieler von PlayStation, Xbox und PC. Crossplay lässt sich aber auch einschränken oder ganz deaktivieren. In der Beta fiel dabei etwas auf: Reine Switch-2-Lobbys wirkten teilweise deutlich ruhiger und weniger kompetitiv als plattformübergreifende Matches. Gleichzeitig dauerte es wesentlich länger, überhaupt eine passende Lobby zu finden.
Genau hier könnte nach dem Release ein Problem entstehen. Wenn die Spielerbasis auf Switch 2 zu klein bleibt, könnte deaktiviertes Crossplay mit längeren Wartezeiten verbunden sein. Ob das tatsächlich der Fall sein wird, lässt sich anhand der kurzen Beta aber noch nicht beurteilen.
Am 23. Oktober zeigt sich, wie gut der Port wirklich ist
Technisch muss die Switch 2 erwartungsgemäß einige Kompromisse eingehen. Trotzdem ist es schon für sich beeindruckend, dass ein aktuelles Call of Duty überhaupt in dieser Form auf Nintendos Hybridkonsole läuft.
Bis zum Release am 23. Oktober hat Activision noch mehrere Wochen Zeit, um an der Switch-2-Version zu schrauben. Die Grundlage wirkt nach der Beta überraschend solide, kleinere Ruckler und die schwächere Performance in Warzone zeigen aber auch, wo noch Arbeit nötig ist. Dann wird sich zeigen, ob Call of Dutys Rückkehr zu Nintendo tatsächlich gelungen ist.

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